18. Dezember 2025
KOMU Kongress 2025: Musikschulen bewegen Gesellschaft
Vom 20. bis 22. November 2025 tagten im Konzerthaus Klagenfurt rund 150 Musikschulleiter:innen aus Österreich und Südtirol unter dem Motto „Musikschulen bewegen Gesellschaft – Kompetenzorientierung als Schlüssel zur sozialen Verantwortung“.
Die Konferenz der österreichischen Musikschulwerke (KOMU) ist eine Expert:innenkonferenz sowie Austausch- und Vernetzungsplattform. KOMU-Vorsitzende Heidrun Springer eröffnete den Kongress mit einem eindringlichen Appell: Wie beim Segeln benötigen Musikschulen einen klaren Kompass, Weitsicht und stabile Rahmenbedingungen. Die Vortragenden betonten insgesamt die enge Verknüpfung von Musikschulen und Universitäten sowie die staatliche Verantwortung für deren Weiterentwicklung.
Soziale Verantwortung fördern
„Der Kongress hat deutlich gezeigt, dass die Zukunft unserer Musikschulen nicht nur von künstlerischer Exzellenz, sondern vor allem von einer klaren gesellschaftlichen Verantwortung abhängt. Die zentrale Botschaft – Kompetenzorientierung als Leitprinzip – trifft exakt den Kern unserer täglichen Arbeit: Wir müssen Lernziele nicht mehr ausschließlich nach traditionellen Repertoire-Standards messen, sondern gezielt Fähigkeiten wie kreatives Denken, digitale Medienkompetenz und soziale Verantwortung fördern“, resümierte Thomas Aichhorn MA MA, pädagogisch-künstlerischer Landesdirektor des Musikum.
Neue Kompetenzorientierung nötig
In seiner Keynote forderte Musikpädagoge Michael Stecher ein neues Verständnis von Kompetenzorientierung – als Basis für zeitgemäßes Lehren, individuelle Förderung und gesellschaftliches Engagement. Die anschließende Podiumsdiskussion zeigte, wie dieses Prinzip strategisch zur Schulentwicklung eingesetzt werden kann. Der zweite Kongresstag bot praxisnahe Workshops zu Personalentwicklung, Resilienz, Kinderschutz, digitalen Unterrichtskonzepten, Nachwuchsgewinnung bei Lehrenden und Konfliktmanagement. Am Samstag standen Austauschforen im Fokus: Kinderschutz, Music Production, Kooperationen mit Kindergärten, Inklusion, Gesundheit von Musiker:innen und stärkere Verankerung der Musikschulen in der Kommunalpolitik.
Es gibt noch viel zu tun, wie der KOMU-Vorstand mit der abschließenden Skizzierung weiterer Arbeitsfelder belegte: etwa die Vertiefung des Dialogs mit Musikuniversitäten, die Weiterentwicklung des Lehrplans und ein bundesländerübergreifendes Positionspapier zur unverzichtbaren Rolle der Musikschulen in Bildung und Kultur.