22. Oktober 2026

Orchesterakademie Salzburg: Den Erfolg wird man hören

Wenn die Landesdirektion einen Anruf bekommt, der mit den Worten beginnt: „Ich bin so erbost“, dann kann Gutes entstehen.

Und genau so war es auch mit dem Anruf von Leopold Hager, dem ehemaligen Chefdirigenten des Mozarteumorchesters, bei Musikum-Landesdirektor Thomas Aichhorn. Herr Hager hat sich nach einem Artikel in den SN an den Landesdirektor mit den Worten gewandt: „Ich bin so erbost.“ Denn Leopold Hager ist ein Verfechter der Förderung einer starken Basis. Bei der Jugendmusikförderung gehe es ums Ganze, um die Breite: um die Blaskapellen, die Volksmusik und die Chöre. Er meint auch: „Das ist der Bereich, den die Leute in ihrer Freizeit machen, das ist das, womit sie sich ihr Leben verschönern, was sie antreibt, da kann man nicht sparen.“ Aichhorn: „Eigentlich ging es dann nur noch darum, wie wir das Engagement bestmöglich einsetzen können. Und da waren wir uns schnell einig: für die Orchesterakademie Salzburg.“

Förderung ja, aber …
Der ehemalige Chefdirigent möchte mit seiner Förderung die musikalische Nachwuchsarbeit nachhaltig unterstützen. Er hat von Anfang an gesagt: „Ich könnte mir vorstellen, dass ich mich mit einer halben Million beteiligen kann. Aber ich muss es davon abhängig machen, dass das Land zu seinen Zusagen zur Finanzierung des Musikum steht.“ Und das tut es jetzt auch. Das ist ein extrem wichtiger Beitrag für das ganze Land und so kann die Orchesterakademie für die nahe Zukunft bestehen Denn: „Wenn man wirklich genau schaut, dann lebt Österreich durch und mit der Musik. Das große Strahlen nach außen kommt davon.“ Und man muss auch sagen, dass das Spielen im Orchester der Gesellschaft nicht nur musikalischen Genuss bringt.

Mehr als nur spielen
Hager und Aichhorn stimmen überein: „Die Orchesterkultur ist schon viel mehr als nur Spielen. Es geht um Zuhören, um Akzeptanz und darum, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Es geht darum, sich auf die Musikernachbar:in einzustimmen und einzulassen, mit bis zu 70 anderen eine positive Einheit zu werden und kleinste Veränderungen spür-, hör- und sichtbar zu machen.“ Und ganz klar ist für beide: „Ein Orchester öffnet Türen in die Welt.“ Für viele ist es ein Ansporn, in der Orchesterakademie zu spielen: Sich gemeinsam auf etwas vorzubereiten, mit internationalen Dirigent:innen zu arbeiten und natürlich auch einmal im großen Saal des Mozarteum aufzutreten – das sind Chancen, von denen andere Musiker:innen oft nur träumen.

Hörbarer Erfolg
Für Leopold Hager war es eine Möglichkeit, mehr bewirken zu können, damit mehr unterrichtet werden kann und wieder mehr Menschen für Musik begeistert werden. Und der ehemalige Chefdirigent meint: „Es hängt viel von den Lehrkräften ab, ob sie Interesse erzeugen und ob sie die Schüler:innen motivieren können. Wie man den Erfolg des Projektes erkennen wird? Aichhorn: „Dass wir in fünf Jahren eine Orchesterstruktur haben, die nicht mehr wegzudenken ist. Denn dann haben wir einen Weg geschaffen, viele Interessierte  zu bedienen und auch den sonst immer ein bisschen unterrepräsentierten Bereich der Streichinstrumente zu stärken.“ Oder wie es Leopold Hager zusammenfasst: „Den Erfolg wird man hören.“

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