25. Juni 2026
Quo vadis, IGP? Instrumental- und Gesangspädagogik am Wendepunkt
Das Symposium „Embracing Ambiguity“ in Wien lud Forschende, Lehrende und Studierende ein, nach neuen Wegen in Zeiten des Wandels zu suchen.
Die Instrumental- und Gesangspädagogik erfuhr in den letzten Jahren eine zentrale Entwicklung und befindet sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess – durch gesellschaftliche und bildungspolitische Umbrüche, zunehmenden Fachkräftemangel und die zunehmende Ausdifferenzierung der Musikpädagogik als wissenschaftliche Disziplin.
Praxis- und Bildungseinrichtungen stärker vernetzen
Musikum-Landesdirektor Thomas Aichhorn MA MA nahm an dem von der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw) hybrid ausgerichteten, zweitägigen Symposium mit Vorträgen, Praxisreflexionen und Diskussionen teil: „Es wurde deutlich, dass die IGP ganz klar einen Professionalisierungsprozess durchläuft, sich dadurch aber auch neue Fragen für das Berufsbild und die Bildungsinstitutionen auftun. Es ist sehr wichtig, dass künftig eine noch stärkere Vernetzung der Praxisstätten, wie es etwa die Musikschulen sind, mit den Universitäten und Hochschulen stattfindet. Wir als Musikum haben zum Beispiel in den letzten Jahren unsere Zusammenarbeit mit dem Mozarteum immer wieder verstärkt und so neue Austauschmöglichkeiten für unsere Schüler:innen, Studierende und Lehrende von beiden Institutionen geschaffen.“ Darüber hinaus steht das Musikum auch in regelmäßigem Austausch mit Expert:innen, die unter anderem auch an diesem Symposium teilnahmen, wie etwa Michael Göllner (siehe Interview im Mai-Newsletter) oder Benedikt Plößnig (kommendes Interview im Juli-Newsletter).
Wandel als Chance begreifen
Auf Basis spannender Impulsvorträge und Beiträge wurden die Herausforderungen der IGP im Plenum und in Round Tables diskutiert – von den Hürden des „Erwachsenwerdens“ einer Disziplin über soziale Gerechtigkeit beim Zugang zu Musikunterricht bis hin zu Spannungsfeldern in der Unterrichtspraxis zwischen künstlerischem Ideal und persönlichem Engagement. Insbesondere der eklatante Nachwuchsmangel, wie auch schon von der im Herbst 2025 veröffentlichen MiKADO-Studie prognostiziert, erfordert von allen Beteiligten sowie von der Politik Handlungsbedarf. „Sei es Unterrichtsformen oder Digitalisierung – in der Ausbildung wie in der Berufspraxis sind alle Beteiligten gefordert, sich auf geänderte Rahmenbedingungen einzustellen“, so Aichhorn abschließend.
Fotocredit: (c) Anna Pederielli