26. Februar 2026
„Posaune spielen ist einfach lässig!“
Lukas Lassacher, Lehrer am Musikum Tamsweg, lebt für das Posaunenspiel. Ganz nebenbei hat er das Auswahlspiel der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie gewonnen und trat zu Jahresbeginn in der Berliner Philharmonie auf.
Lukas Lassacher weiß mit gerade mal 21 Jahren sehr genau, was er will: Posaune spielen. Das wusste er auch schon im Alter von zehn Jahren, als er 2014 mit dem Unterricht an der Posaune und Tenorhorn am Musikum Tamsweg bei Stefan Konzett begann, später fortgeführt von Michael Gauger. Bei so viel Begeisterung für das goldene Blech waren auch die Überlegungen zur Berufswahl kurzerhand erledigt: „Mit ungefähr 16 hab’ ich mich mal gefragt, was ich machen möchte, damit ich es langfristig gerne tue. Ich hab’ immer gewusst, dass ich gerne Posaune spiele, daher war klar: Nach der Schule muss es ein Posaunenstudium werden.“
Posaunist aus Leidenschaft
Was im ersten Moment bei Lukas Lassacher oftmals pragmatisch klingt, ist die pure Leidenschaft für das Instrument. „Ich denke den Großteil des Tages über das Posaunespielen nach“, schmunzelt der Jungmusiker. Den reinen Überlegungen folgte viel musikalische Praxis kombiniert mit Talent und Begeisterung, denn schon 2022 begann er an der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik in Klagenfurt bei Prof. Gerald Pöttinger mit dem Vorstudium, 2023 absolvierte er erfolgreich die Aufnahmeprüfung für sein Hauptstudium IGP Klassik-Posaune. Parallel absolvierte der Lungauer seinen Wehrdienst auf eigenen Wunsch in Kärnten aufgrund der Nähe zum Studienort und – wie könnte es anders ein – war Mitglied bei der Militärmusik Kärnten.
Zuerst Schüler, dann selbst Lehrer am Musikum
Lassacher ist ein schönes Beispiel für Musiker:innen, die selbst als Schüler:in beim Musikum begonnen haben und später als Lehrende zum Musikum zurückkehren. Um auch wirklich nicht zu wenig Zeit am Instrument verbringen zu können und sein im Studium bereits erlerntes Wissen auch in der Praxis umsetzen zu können, bewarb er sich für die ausgeschriebene Stelle als Posaune-Lehrer am Musikum Tamsweg. Das Hearing konnte er für sich entscheiden und so unterrichtet Lassacher parallel zu seinem Studium seit Herbst 2025 Posaune und Tenorhorn am Musikum Tamsweg. „Ich bin jetzt im dritten Jahr meines Bachelor-Studiums und hab mir das so gelegt, dass ich von Montag bis Freitagvormittag meine Lehrveranstaltungen in Klagenfurt habe und Freitagnachmittag dann in Tamsweg unterrichte.“ Er studiert nicht, weil er muss, sagt er, sondern weil er das, was er macht, richtig gerne tut. „Das Studium ist da eigentlich mehr Mittel zum Zweck“, lacht er. Darüber hinaus ist er Mitglied bei der Lungauer Tanzmusi „6er Gsponn“.
Gewinner eines Auswahlspiels
Das Interesse für sein Instrument könnte kaum größer sein: Immer schon hat er sich YouTube-Videos von Musiker:innen angesehen und war extrem wissbegierig, was er von anderen lernen kann. Er erweitert auch außerhalb der Uni ständig seinen Horizont, nahm Einzelunterricht und war in Meisterklassen von zahlreichen internationalen Künstler:innen. Als ihm sein Professor einen Aufruf zum Auswahlspiel der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie weiterleitete, nahm er ein Video auf – und gewann. Das international renommierte Projektorchester besteht aus Jungmusiker:innen aus mehr als 30 Ländern und hat seinen Sitz in Berlin.
Traum für Musiker:innen: Auftritt in der Philharmonie
Für die 50. Orchesterwoche samt Jubiläumskonzerte zu Jahresbeginn 2026 reiste Lassacher von 27. Dezember bis 4. Jänner in die deutsche Bundeshauptstadt, wo die Produktion „Nordlicht“ aufgeführt wurde. „Ich war schon zuvor in Berlin bei Meisterkursen und hab mir auch ein Konzert in der Philharmonie angesehen. Schon damals hab’ ich mir gedacht: Hier mal spielen wäre echt cool. Das ist einer der tollsten Konzertsäle der Welt“, erzählt Lassacher. Diesen Punkt kann der engagierte Jungmusiker und Junglehrer schon mal von seiner Bucket-List abhaken. Wir sind gespannt, wohin ihn seine Leidenschaft für die Posaune noch so im Vorbeigehen führen wird: „Ich steh jeden Tag auf und denk mir: Wow, Posaune spielen ist einfach lässig!“
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