veröffentlicht am 18.02.2025

Die Musik war schon immer da

Barbara Brugger ist seit fünf Jahren Direktorin des Musikum Tamsweg und sie würde niemals mehr tauschen wollen.

Die Musik war schon immer da

Barbara Brugger engagiert sich mit Leib und Seele für Musik und Musikerziehung. Sie sagt von sich selbst, dass sie schon mit Musik auf die Welt gekommen ist. Ihre Mutter hat gesungen, sie hat schon in jungen Jahren Blockflöte, Harfe und Hackbrett gelernt und in ihre Stammbücher geschrieben, dass sie Musiklehrerin wird. 

Große Musikschule der Region
Mit 22 Pädagog:innen und fast 600 Schüler:innen ist sie Direktorin der größten Schule im Lungau. „Unser Unterricht deckt nahezu alle Instrumente ab – von der Blockflöte über Holz- und Blechblasinstrumente, Schlagwerk, Saiteninstrumente, Klavier, Gesang und mehr. Besonderen Wert legen wir auf die Zusammenarbeit mit Vereinen und Organisationen, etwa mit dem Blasmusikverband, der Lungauer Kulturvereinigung, dem Chorverband Salzburg und den Schulen der Region“, so Barbara Brugger.  Diese Kooperationen bereichern nicht nur den Unterricht, sondern tragen auch zur kulturellen Vielfalt im Lungau bei: Jährlich finden zwischen 10 und 20 Konzerte und Projekte statt, darunter das große Jahreskonzert, die „Musikum Roas“, oder der Wernfried Gappmayer Gedächtnispreis, der in Zusammenarbeit mit dem Kiwanis Club alle zwei Jahre verliehen wird.

Mit allen Sinnen
Die enthusiastische Musikerin und vor allem nach wie vor begeisterte Lehrerin ist überzeugt, im Musikum auf einem super Weg zu sein, was das Weiterentwickeln betrifft: „Wir sind in der glücklichen Lage, Ideen entwickeln zu können und sobald etwas Sinn macht, in die Umsetzung zu gehen.“ Ein großes Anliegen ist ihr der spielerische Zugang: „Kinder werden sich immer mit etwas beschäftigen, das Spaß macht. Wir müssen das in der Musikvermittlung noch mehr beachten, dass es mit Leichtigkeit und Freude passieren darf.“ So sind das „Allerlei“, die Spielebörse oder der Musikum-Sammelpass entstanden. Das Allerlei ist eine ganz besondere Unterrichtsform, wo die reguläre Einheit auf bis zu 180 Minuten geballte Ladung Musik verlängert werden kann. Bei diesem Konzept entdecken Kinder und Jugendliche die Welt der Musik mit all ihren Sinnen. Hier werden Instrumentalunterricht und Ensemblespiel mit weiteren Gruppenstunden ganzheitlich kombiniert und frei von Leistungsdruck, aber voller Inspiration unterrichtet. 

Musikgenuss zum Sammeln
Der Musikum Tamsweg Konzert-Sammelpass ist ein ganz spezielles Projekt zur Förderung der musikalischen Bildung: Schüler:innen erhalten einen Sammelpass für Konzerte und Veranstaltungen vom Musikum und anderen Kulturträgern, die im Zeitraum November bis Ende Mai stattfinden. Für jeden Konzertbesuch gibt es einen Sticker – am Schuljahresende werden fleißige Sammler:innen mit attraktiven Preisen belohnt. Das Projekt motiviert die Schüler:innen, verschiedene Musikrichtungen und Künstler:innen kennenzulernen, fördert ihre Offenheit und erweitert ihre musikalischen Horizonte. 

Es geht um die Freude
Ihren Lehrenden gibt sie gerne mit, dass es in der Musikerziehung noch sehr viel mehr zum Ausprobieren gibt, denn Kinder lernen ganz intuitiv. Die Direktorin erläutert: „Wenn man sie ein paar Jahre mit Rhythmusspielen begleitet, dann wird der Zugang ganz selbstverständlich. Es ist alles ganz logisch aufgebaut. Dass es einen Grundschlag gibt, wie der Rhythmus aufgeschrieben wird und vom Papier in die Musik kommt, und dann sich wieder vom Papier befreit.“ Sie möchte ihre jungen Lehrer:innen mit ihren Ideen für kreative Musikerziehung begeistern. Ihr geht es um die Erfahrung, dass nicht Wettbewerbe und Üben im Vordergrund stehen, sondern die Beschäftigung mit der Musik und die Freude daran. „Das Beste am Unterrichten ist nach wie vor die Zeit mit den Kindern. Ich glaube, dass manchmal nicht einmal die Eltern so intensiv zuhören wie wir Musiklehrende.“

Spüren und Bewegung
Barbara hält viel von Früherziehung: „Die Früherziehung ist ein wesentlicher Teil, worauf man die Musikstunden aufbauen sollte. Orff-Instrumente kennenlernen, ganz viel mit der Stimme arbeiten, spüren und Bewegung.“ Sie erzählt auch, dass Kinder, die musizieren können, gut miteinander umgehen können, weil sie lernen aufeinander zu hören. Das ist genau das, was unsere Gesellschaft braucht. Einfach einmal zuhören. Dieser zentrale Baustein wird in Tamsweg beim Elementaren Musizieren gelebt. Mehr als 100 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren werden von drei speziell geschulten Pädagoginnen begleitet. Dabei erleben die Kinder nicht nur die Freude am gemeinsamen Musizieren, Singen und Tanzen, sondern lernen die Grundlagen der Musik spielerisch verstehen, schulen ihre Kreativität sowie Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit. 

Ein ganz tolles Team
Die gebürtige Kärntnerin schwärmt von ihrem Team: „Ich habe ein ganz tolles Team, das ganz breit aufgestellt ist. Manche haben die Ruhe, manche sind sehr konsequent, manche super kreativ. Auch die Unterstützung im Sekretariat durch Maria Ferner ist optimal. Die Mischung macht es aus.“ Dass sich dieser Einsatz für die Musiker:innen von morgen bezahlt gemacht hat, beweisen die erfolgreichen Absolvent:innen des Musikum Tamsweg, etwa Rafael Fingerlos (internationaler Opernsänger, Bariton), Thomas Johannes Steinwender (Solohornist bei den Vereinigten Bühnen Wien) und Thomas Rainer (Solotrompeter Staatsoper Graz). Und wenn Barbara nicht gerade im Musikum ist, spielt sie gerne auch in der Freizeit Musik. Aber nicht als Berieselung – sie hört Musik lieber ganz bewusst. Ihre Favoriten sind Alte Musik und Volksmusik. Zusammenfassend sagt sie: „Das Team ist das Wichtigste, ich koordiniere und organisiere ja nur“, und ergänzt: „Jetzt bin ich sechsten Jahr und es fühlt sich voll super an. Ich würde nie mehr tauschen wollen.“  

made with passion by GO.WEST GO.WEST Communications Gmbh Logo